Über mich – von der Kultur in die Politik

Hi, ich bin Lena

Ich bin 37 Jahre alt und lebe in Wolfenbüttel. Beruflich arbeite ich seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung. Mich prägen Struktur, Dialogorientierung und der Anspruch, Probleme nicht auszusitzen, sondern anzugehen – auch dann, wenn es unbequem wird. In den letzten 15 Jahren habe ich in sehr unterschiedlichen Bereichen gearbeitet – in öffentlichen Kulturinstitutionen, privaten Kulturorganisationen, Verbänden und politischen Kontexten. Immer ging es darum, Strukturen aufzubauen, Interessen zu moderieren und Lösungen zu finden, wenn es keine einfachen Antworten gab.

Vom Kulturbetrieb zur politischen Verantwortung

Mein beruflicher Weg begann in der Kultur. Nach dem Abitur studierte ich Musiktheaterwissenschaften in Bayreuth und später Theater- und Orchestermanagement in Frankfurt. Mich hat früh interessiert, wie man kreative Ideen in funktionierende Organisationen übersetzt: Wie entstehen gute Rahmenbedingungen? Wie bringt man unterschiedliche Menschen an einen Tisch?

Ich arbeitete in Frankfurt, Bremen und Berlin, organisierte Konzerte und Festivals, akquirierte Fördermittel und betreute Künstler:innen sowie Produktionsteams. Gleichzeitig habe ich erlebt, wo Systeme an ihre Grenzen kommen: bei prekären Arbeitsverhältnissen, fehlender sozialer Absicherung und Strukturen, die der Realität vieler Menschen nicht gerecht werden.

2016 gründete ich den Bundesverband FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland e.V. und übernahm die Geschäftsführung. Dort ging es um politische Rahmenbedingungen: Verhandlungen mit Ministerien, den Aufbau tragfähiger Strukturen und Verantwortung für Budgets, Teams und langfristige Strategien.

Corona – eine prägende Bewährungsprobe

Ein entscheidender Einschnitt war die Corona-Pandemie. Von einem Tag auf den anderen brach für Tausende Kulturschaffende die wirtschaftliche Grundlage weg, Ensembles standen vor dem Aus. In dieser Zeit habe ich erlebt, was handlungsfähige Politik und Verwaltung leisten können – und was passiert, wenn Strukturen zu langsam sind. Ich verhandelte Hilfsprogramme in Millionenhöhe und kämpfte um praktikable Regelungen.

Was ich daraus mitgenommen habe, prägt meine Arbeit bis heute: Probleme benennen, statt sie wegzumoderieren. Zuhören, bevor man entscheidet. Verantwortung übernehmen, auch wenn es unbequem wird.

Warum Politik – und warum kommunal

Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Politik verändert. Ich habe gemerkt, dass die entscheidenden Weichen vor Ort gestellt werden – in den Kommunen.

2018 trat ich Bündnis 90/Die Grünen bei – aus Überzeugung. Ich wurde Sprecherin des Kreisverbands Braunschweig und arbeitete als Mitarbeiterin für den Bundestagsabgeordneten Ottmar von Holtz. Dort habe ich erlebt, wie politische Prozesse funktionieren und wie wichtig klare Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ist.

2021 zog ich nach Wolfenbüttel. Seitdem bin ich hier politisch aktiv im Ortsvorstand, als Bürgermitglied im Kulturausschuss und im Kreisverband als Sprecherin. Parallel engagiere ich mich weiterhin auf Bundesebene – im Präsidium des Deutschen Musikrats, im Sprecherrat des Deutschen Kulturrats und im Beirat der Künstlersozialkasse.

Ankommen in Wolfenbüttel

In Wolfenbüttel habe ich erlebt, was Lebensqualität wirklich ausmacht: engagierte Vereine und Initiativen, verlässliche Busse, gute Fahrradwege, kulturelle Orte, Märkte, Begegnungsräume und Menschen, die Verantwortung für ihre Stadt übernehmen. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie sehr politische Entscheidungen den Alltag prägen – bei Schulen und Kitas, bei öffentlichen Räumen oder bei der Frage, wie ernst Beteiligung genommen wird.

In meiner kommunalpolitischen Arbeit habe ich gelernt, wie Verwaltung praktisch funktioniert – mit ihren Möglichkeiten und ihrem großen Potenzial, wenn Prozesse klar gesteuert werden.

Was ich mitbringe

Ich bringe Erfahrung im Management komplexer Organisationen mit, im Aufbau von Netzwerken und in der Moderation zwischen sehr unterschiedlichen Interessen. Ich habe Budgets verantwortet, Teams geführt, Beteiligungsformate aufgebaut und politische Prozesse strukturiert begleitet.

Wichtiger noch als einzelne Stationen ist mir meine Haltung: zuhören, bevor ich entscheide. Probleme benennen, statt sie kleinzureden. Verantwortung übernehmen, auch wenn es unbequem wird.

Ich kandidiere als Bürgermeisterkandidatin für Wolfenbüttel, weil ich überzeugt bin, dass diese Stadt von einer Politik profitiert, die verlässlich, transparent und dialogorientiert arbeitet – und weil ich Lust habe, gemeinsam gute Bedingungen für die Menschen hier zu gestalten.